K-Frage bei einer Haartransplantation

Bin ich ein guter FUE-Kandidat?

Nicht jeder, der eine Haartransplantation in Betracht zieht, ist auch ein geeigneter Kandidat. Die generelle Tauglichkeit für eine solche Prozedur muss daher im Vorfeld hinsichtlich der persönlichen, biologischen und psychischen Eigenschaften im Beratungsgespräch geprüft werden. Generell sollte eine Haartransplantation nicht das erste Mittel zur Bekämpfung von Haarausfall sein und die Frage, ob eine Behandlung unausweichlich ist, muss mit vernünftigen Argumenten beantwortet werden können. Die Anwendung reversibler, präventiver und stabilisierender Medikamente sollte in der Regel der erste Schritt der Behandlung sein, außerdem gibt es die Möglichkeit, die Struktur der Haare durch Nahrungsergänzungsmittel zu verbessern.

 

Persönliche Eigenschaften

Der Eingriff, der bis zu drei Tage andauern kann, setzt ein gutes persönliches Verhältnis zwischen Behandelndem und Patient voraus, wobei gegenseitiges Vertrauen und Ehrlichkeit von zentraler Bedeutung sind. Das persönliche Verhältnis zwischen Behandelndem und Behandeltem ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, vor allem die Länge und der Anspruch einer Haarbehandlung erfordert, dass man sich gegenseitig gut versteht und gut zusammengearbeitet wird.

 

Biologische Eigenschaften

Unter den biologischen Eigenschaften versteht man allgemein den derzeitigen Stand des Haarausfalls, die zu behandelnde Zone, die Eigenschaften der Haare und der Kopfhaut, die Spenderreserven, vorliegende Krankheiten sowie die generelle Möglichkeit, eine Behandlung an der Kopfhaut durchzuführen.

 

Psychische Eigenschaften

Die Feststellung der psychischen Eigenschaften geschieht durch eine Einordnung der Kandidaten zwischen zwei extreme Beispiele. Das eine Extrem verspürt keinen Leidensdruck, steht mitten im Leben, ist mit sich selbst zufrieden, hat realistische Erwartungen an eine Haartransplantation und das zu erwartende Ergebnis. Dieser Typ Kandidat sieht die Haartransplantation als eine zusätzliche Option an, sein Aussehen gemäß seinen realistischen Erwartungen zu verbessern. Das andere Extrem verspürt großen Leidensdruck, der im schlimmsten Fall nicht auf den Haarstatus zurückzuführen ist, sondern auf tiefergehende Probleme. Diese Art von Kandidat hat meistens unrealistische Erwartungen und zu hohe Erwartungen an das Ergebnis und glaubt, dass auch andere Probleme durch eine Transplantation zu lösen seien.

 

Ziel einer Haartransplantation

Haarrekonstruktionen eignen sich jedoch nicht dazu, grundlegende Probleme mit dem eigenen Selbstbewusstsein zu lösen. Dazu sollte anderweitige professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Das Ziel einer Rekonstruktion von Haaren ist es, eine möglichst realistische Dichte-Illusion verbunden mit einem natürlichen Fallwinkel der Haare zu schaffen, die mit bloßem Auge nahezu nicht zu erkennen ist. Haare können nach dem heutigen Stand der Technik auf dem Kopf lediglich umverteilt werden, so dass am ganzen Kopf eine 100%ige Dichte nicht im Bereich des Möglichen liegt.

 

Die Bedeutung der Beratung und der Erstellung eines nachhaltigen Plans

Beim Haarausfall handelt es sich um einen Prozess, bei dem der weitere Verlauf nicht mit Sicherheit vorhersagbar ist. Empfohlen wird, sich im Vorfeld über Haarsituationen der männlichen Familienmitglieder zu informieren, so dass ein vernünftiger Plan für ein Worst-Case-Szenario erstellbar ist. Weitere Einflüsse auf den Haarstatus sind potentielle Krankheiten, Umwelteinflüsse und sonstige Risikofaktoren. Es sollte auch Bedacht werden, dass es mit einer einzelnen Haartransplantation meist nicht getan ist und je nach weiterem Verlauf weitere Eingriffe nötig sind. Vor einer Haartransplantation sollte man mehrere professionelle Beratungen in Anspruch nehmen, sich über die Risiken bewusst sein und offene Fragen ansprechen. Darüber hinaus sich für die Entscheidung Zeit nehmen und darüber nachdenken, ob wirklich die Notwendigkeit einer Transplantation besteht. Auch sollte man sich in keinem Fall zu diesem Schritt überreden lassen.